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LJ-Methode2020-10-10T21:19:21+01:00

Wie funktioniert die Linguajet-Methode?

Intuitives Lernen – das klingt gut. Wer will nicht so lernen, dass Inhalte möglichst gut vom Gehirn verarbeitet werden können? Aber tun wir das nicht alle längst?

Nein, das tun wir leider nicht! Die herkömmlichen Lernmethoden zum Erlernen einer Sprache, die auch in der Schule gelehrt werden, sind nicht gehirn-gerecht. Wir lernen damit ineffizient, also über unnötige Umwege und Demotivationen.

Unsere Lernmethode verfolgt das Ziel, die natürliche Lernweise des Gehirns zu bedienen. Der Lernende soll nicht in Lerntechniken gezwungen werden, die im schlimmsten Fall gegen diese natürlichen Mechanismen arbeiten.

Vergleichen wir die verschiedenen Lernmethoden:

Die Grundannahme ist, dass der Mensch seit hunderttausenden von Jahren vor allem durch Nachahmung gelernt hat. Wenn ein Mensch etwas lernen wollte, musste er seine Umwelt beobachten und die gewünschten Verhaltensweisen imitieren. Jede Methode, die den Neuromechanismus des Imitierens unterstützt, ist deshalb gehirn-gerecht.

Das Auswendiglernen oder das klassische Büffeln von Lernstoffen ist hingegen nicht geeignet. Denn nur wenn Sie Lust darauf haben, zu lernen, kann Ihr Gehirn effektiv neue Informationen aufnehmen. Diese Motivation wird durch Selbstbelohnung erzeugt, wenn Sie wirklich verstanden haben und anwenden können, was Sie gelernt haben.

Was bedeutet das konkret am Beispiel Sprachen lernen?

In Bezug auf Sprachen heißt das, dass es am besten ist, erst einmal die Fremdsprache kennenzulernen, bevor man versucht, sie zu sprechen. Bedenken Sie zum Beispiel, wie Kleinkinder und Babys Sprechen lernen. Sie gehen völlig intuitiv und ohne theoretisches Lernen vor, um sich eine neue Sprache anzueignen. Lange bevor Sie beginnen, Laute nachzuahmen, die sie in ihrer Umwelt wahrnehmen, hören Sie einfach nur zu. Dieses Zuhören regt im Gehirn die Verknüpfung und Verlegung von Nervenbahnen an, die zur richtigen Aussprache der gelernten Sprache notwendig sind.

Der erste Schritt beim Lernen einer Sprache ist bei fast allen Methoden gleich: Vokabeln lernen. Die Lernenden sollen Wörter aussprechen und auswendig lernen, die Sie noch nie zuvor gehört haben. Sie können also auch nicht wissen, wie dieses Wort zu klingen hat. Wenn der Lehrer das Wort einige Male vorspricht, reicht das nicht aus, um dem Gehirn beizubringen, wie man das Wort richtig betont. Ein typisches Beispiel für deutsche Muttersprachler, die Englisch lernen, ist das „th“. Wenn dadurch dauerhaft eine falsche Aussprache erlernt wird, besteht die Gefahr, dass der Fremdsprachler einerseits nicht verstanden wird, andererseits aber auch Muttersprachler nicht versteht, weil er die korrekte Aussprache nicht erkennt. Solche Fehler sind, wenn sie sich erst einmal eingeschlichen haben, nur sehr schwer wieder loszuwerden. Moderne Lernmethoden gehen davon aus, dass es sinnvoll ist, die Zielsprache vom ersten Augenblick an zu sprechen. Wir raten davon ab, denn der Mensch kann nachweislich Laute erst dann imitieren, wenn er sie oft genug gehört hat.

Das Übersetzen
Wenn die Vokabeln (vermeintlich) gelernt sind, steht der Sprachschüler vor der Aufgabe, eine Lektion zu verstehen. Da fremdsprachige Texte nicht einfach Wort für Wort übersetzt werden dürfen, um einen korrekten deutschen Satz zu erhalten, ist eine gute Übersetzung sozusagen die Königsdisziplin im Erlernen einer Fremdsprache. Trotz dieser Schwierigkeit wird schon von Anfang an von den Lernenden verlangt, Sätze auf diese Art und Weise zu übersetzen. Das Ergebnis ist Frust und daraus resultierend die Einsicht, dass Fremdsprachenlernen schwierig ist. Frust ist aber der Todfeind der Motivation und ohne Motivation lernt niemand gut.

Lehrende und LernendeWer kann sich nicht an Grammatikübungen aus dem Schulunterricht erinnern? Man hat das Gefühl, als wären diese bei Lehrern besonders beliebt. Dagegen stehen die Lernenden, die solchen Übungen überwiegend gar nichts abgewinnen können. Diese wollen lieber hören, verstehen und sprechen. Das belegen Umfragen. Was die Schüler im Unterricht bekommen, ist das genaue Gegenteil – nämlich ein sehr theoretischer Umgang mit der Sprache. Damit wären wir wieder beim Thema „Motivation“. Das Erlernen einer Sprache wird für die Schüler zu einem täglichen Kampf, den es nur einigermaßen unbeschadet zu überstehen gilt.

Unser Ansatz sieht vor, sich Schritt für Schritt einer neuen Sprache anzunähern und sich so mit jedem einzelnen Aspekt langsam vertraut machen. Diese Schritte sind klar voneinander getrennt.

Unsere eLearning Plattform beinhaltet eine grosse Auswahl an realen Themen und spannenden Geschichten aus dem täglichen Leben. Statt Theorie trainieren Sie mit der Linguajet Methode das eigentliche Hörverstehen in der Praxis. Durch die Kombination von aktivem und passivem Hören verknüpft Ihr Gehirn intuitiv die neuen Wörter mit ihren Bedeutungen und lässt Sie unterbewusst ein natürliches Gefühl für die Sprachregeln erlangen. Grammatik Trockenübungen werden somit überflüssig.

Das Lernen mit Linguajet ist darauf ausgelegt, durch Wiederholungen die Bildung der entsprechenden Verbindungen im Gehirn zu fördern, denn um etwas Neues zu lernen, müssen im Gehirn neue Verbindungen geschaffen werden; nur dann lässt sich das Wissen abrufen und reproduzieren.

Die Linguajet Methode besteht aus 4 Schritten:

  1. Text in der Muttersprache lesen (damit Sie wissen, worum es geht)
  2. Text in der Zielsprache hören und gleichzeitig die Wort-für-Wort Übersetzung mitlesen
  3. Hören der Fremdsprache im Hintergrund, während Sie andere Aktivitäten ausführen
  4. Mitsprechen oder nachsprechen wie damals als Kind bei der Muttersprache

Für jede Episode stellen wir Ihnen ein PDF-Dokument zur Verfügung. Dieses beinhaltet den Text der Episode in Ihrer Muttersprache. Dieser Inhalt sollte einmal gelesen werden, damit Sie sich mit den Personen und dem Inhalt vertraut machen können. 

Was heisst «Wort für Wort Übersetzung»?

Um die Bedeutung einzelner Worte zu verstehen, ist häufig der Kontext des ganzen Satzes notwendig. Während diese Tatsache beim normalen Vokabellernen vernachlässigt wird, geht unsere Methode durch die sogenannte Wort-für-Wort-Dekodierung darauf ein. Jedes Wort eines Textes wird übersetzt. In unserer Methode nennen wir dies den «Karaoke-Balken».

In einer Zeile unter dem Originaltext wird jedem Wort die wörtliche Übersetzung zugeordnet. Dabei kommt natürlich keine Übersetzung in korrektem Deutsch heraus, sondern eine seltsam klingende Ansammlung von Worten.

Mit der Wort für Wort Übersetzung «entschlüsseln» wir den fremdsprachigen Text. Das Hilfsmittel dazu ist unsere Muttersprache, denn diese kennen wir in- und auswendig. Indem wir einen fremdsprachigen Text Wort für Wort in die Muttersprache übersetzen, lernen wir sie zu verstehen.

So sieht ein einfacher französischer Satz mit Wort für Wort Übersetzung aus:

Jedes Wort wird also extra übersetzt. Dadurch lernen wir auf einfach Weise:

  • die Bedeutung der einzelnen Wörter
  • die Verwendung der Wörter im Satzzusammenhang
  • den Satzaufbau der Fremdsprache
  • die Grammatik wie Konjugation, Zeiten und Präpositionen
  • Unterschiede und Ähnlichkeiten zu unserer Muttersprache

Diese Methode ähnelt dem Erlernen der eigenen Muttersprache sehr: kein Vokabelpauken, keine Regeln lernen, viel Zuhören und Vergleichen. Der Unterschied ist nur, dass wir bereits beachtliches Vorwissen (unsere Muttersprache) besitzen, das genutzt wird. Indem wir fremde Sprachen mit unserer Muttersprache vergleichen, erkennen wir Ähnlichkeiten und Unterschiede.

Die Muttersprache dient als «Brücke», die wir nutzen um intuitiv und schnell zu lernen. Irgendwann benötigen wir sie nicht mehr.

Zielsprache hören – Muttersprache mitlesen
Sie starten nun Ihre Episode indem Sie den Ton anhören. Gleichzeitig «springt» der Curser im Karaoke-Balken Wort-für-Wort vorwärts. Während Sie den Text anhören, lesen Sie die Dekodierung mit und stellen sich den Inhalt vor. Drücken Sie immer wieder auf Pause, um die gehörten Klänge nachwirken zu lassen. Wenn Die Texte vertraut klingen, müssen Sie seltener pausieren, bis Sie schließlich den ganzen gewählten Textabschnitt am Stück hören können.

Es ist sinnvoll, die Episode so lange zu hören und mitzulesen, bis Sie 90% der gesprochenen Wörter verstehen ohne Hilfe der Übersetzung.

Sie lernen die Worte so in einem sinnvollen Zusammenhang, auch wenn sie anderswo eine ganz andere Bedeutung haben. Dadurch, dass Sie mit dem Zuhören einer Fremdsprache beginnen, wird es für Sie mit der Zeit ganz normal, diese Sprache zu verstehen.

Sprachaufenthalte sind sehr beliebt. Man ist ständig von der fremden Sprache umgeben und unterbewusst hören Sie die ganze Zeit zu. Sie lernen, wie Wörter richtig ausgesprochen werden, wie sie betont werden und wahrscheinlich auch noch das ein oder andere komplett neue Wort.
Um diesen Effekt zu erzielen, müssen Sie aber nicht zwingend in ein fremdes Land fahren. In Schritt 2 haben Sie sich mit einem Text vertraut gemacht. Lassen Sie jetzt ganz leise im Hintergrund einzelne Abschnitte des Texts in Dauerschleife laufen. Während der Text abgespielt wird, können Sie ihren ganz normalen Tagesbeschäftigungen nachgehen, auch wenn diese Geräusche verursachen. Ihr Unterbewusstsein nimmt die fremden Töne trotzdem auf.

Das hilft Ihrem Gehirn dabei, die nötigen Nervenbahnen zu aktivieren, die Ihnen später dabei helfen, die Fremdsprache richtig auszusprechen. Das sind die gleichen Neuromechanismen, die im Einsatz sind, wenn ein Kleinkind seine Muttersprache lernt.

Das passive Hören dient dazu, Ihr Gehirn auf das Sprechen der Fremdsprache vorzubereiten. Sie sollten deshalb in diesem Schritt noch nicht versuchen, mitzusprechen, sondern nur Ihr Unterbewusstsein arbeiten lassen. Bedenken Sie, wie lange Babys und Kleinkinder zuhören, bevor sie sprechen!

 

Nach Schritt 2 können Sie eine Fremdsprache verstehen, mit Schritt 3 lernen Sie die richtige Aussprache. Im vierten und letzten Schritt wird die Sprache nun aktiv angewendet. Damit lernen Sie das Sprechen der neuen Sprache. Hören Sie sich die Lektionen mit Kopfhörern an und sprechen Sie im Chor mit den Sprechern mit. Diese Methode, die schon früher in der Schule angewendet wurde, ist gehirn-gerecht, hat aber so den Vorteil, dass Sie nur die akzentfreie Aussprache vom Band hören und nicht die fehlerhafte Aussprache von Mitschülern.

 

Mit der Linguajet-Methode lernen Sie nie länger als 10 Minuten am Stück – aber 10 Minuten pro Tag sichern Ihnen in kurzer Zeit eine neue Sprache. Die 3 Beispiele zeigen die Möglichkeiten, welches Level Sie innerhalb weniger Wochen erreichen können.